
Da die Burschenschaft Geld immer gebrauchen konnte, verkauften einige Paare auch schon vor dem Jahre 1960 sogenannte "Mascherl", die Eintrittskarten für das Fest.
Während früher das Alter der Burschen zwischen 20 bis 30 Jahren betrug, das Alter der Mädchen 18 bis 25, sind die heutigen Burschen und Mädchen bereits mit 15 bis 16 Jahren das erste Mal beim Weinlesefest aktiv. Die älteren sind meist schon verheiratet. Die echte Tracht verschwand mehr und mehr und wurde durch Folklore ersetzt.
Die Weinhauerfamilien schmücken ihren Wagen selbst. Auch die Motive der einzelnen Wägen haben sich geändert. Während die Weintraube und die Weinbeergoaß, die traditionelle Gemeinderatssitzung, Bacchus und der Heurigenwagen weitergegeben wurden, entstanden neue Motive wie Erntekrone, Wägen mit Flaschenweinen, manche Kellermaschinen. Jeder Wagen zeigt ein Namensschild des Besitzers, das als Weinwerbung gilt. 
Foto:"Winzerkönigin Elisabeth - 1956"
Die Winzerkönigin, ein Mädchen von den Burschen gewählt und symbolische Repräsentantin der lokalen Weinerzeugung, fährt auf einem eigenen Wagen, umgeben von kleinen Mädchen.
Zusätzlich zum Gemeinderat wird ein kleiner Gemeinderat auserkoren, ein Mädchen als Bürgermeisterin, Wächter, Sekretär, Bürgermeister, im Alter von über zehn Jahren. Sie halten ebenfalls eine kurze Rede. 
Mit der Modernisierung änderte sich der Aufbau und das Aussehen des Festes. Obwohl das wesentliche Volksgut schwindet, wurde eine volkstümliche Ader bewahrt. Trotz der Industrialisierung kann sich das bäuerliche Element in Tattendorf halten, weil in den Familien noch eine innere Bindung zu Boden und Arbeit besteht. Für das Standesbewußtsein ist das Weinlesefest der beste Beweis.
Den größten Beitrag zur Pflege des Brauchtums leistet die Burschenschaft "Eintracht" Tattendorf, denn nur durch ihren Einsatz war es bis heute möglich, dieses traditionelle Fest zu feiern. 
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